Hoi alle miteinander

Letzten Sonntag schaute ich so in den Wintergarten und da sahen meine entzündeten Augen vor dem Fenster die eingefrorene Kette („Eisig“) vom Regenwasserabfluss im Gegenlicht.

Erst hatte ich ja nicht so richtig Lust, dann habe ich aber doch meine Fuji X-H1 („Neu“) und diverse Vintage-Objektive („Alt“) bereit gemacht und Fotos geschossen.

Das ist dann schon eine etwas andere Welt, wenn man mit diesen alten Objektiven fotografiert. Da ist nichts mit AF, Springblende oder Offenblendmessung. Mehrschichtvergütung – was ist das? Dafür sind die Teile aus Metall, dementsprechend schwer und sie haben zum Teil 15 Blendenlamellen, sprich selbst bei geschlossener Blende sind die Blendenflecke rund. Und dann das Anfassgefühl. 😋

Auf Grund der teilweise nicht vorhandenen Vergütung sind die Teile dann auch sehr anfällig für Gegenlicht und sollten generell mit Sonnenblende betrieben werden.

Was spricht dann für diese alten Kamellen? Eigentlich nichts, denn moderne Objektive sind schärfer, kontrastreicher, leichter, haben Springblende, Offenblendmessung und AF.

Aber moderne Objektive sind gnadenlos auf Kontrast und Schärfe ausgelegt. Die Bildcharakteristiken aller Hersteller habe sich da sehr angenähert. Nicht so die alten Gläser, da man seinerzeit einfach nicht die Möglichkeiten hatte wie heutzutage. Das macht dann den Charme der alten Objektive aus, die auf Grund ihrer Schwächen einfach andere Bilder mit schönerem Bokeh erzeugen, was bisweilen auch recht wild sein kann. Jedes Objektiv hat dabei seine eigene Charakteristik.

Meine Liebe zu diesen Objektiven wurde übrigens hier geweckt: https://www.makro-treff.de/de/vintage-galerie .

Aber nun genug gesabbelt. Hier mal ein paar Bilder. Diese zeigen leider nicht das echte Potential derartig alter Linsen (da bin ich noch am üben) aber sie zeigen eines: die alten können durchaus mit den modernen Objektiven mithalten.

Carl Zeiss Jena, Sonnar 4.0/135mm, über 60 Jahre alt
Carl Zeiss Jena, Sonnar 4.0/135mm, über 60 Jahre alt
Olympus OM System Macro 2.0/90mm, ca. 30 Jahre alt
Pentacon 4.0/200mm, um die 50 Jahre alt
Pentacon 4.0/200mm, um die 50 Jahre alt

Alle Fotos wurden bei maximal offener Blende gemacht. Im Anschluss wurden sie in Capture One Pro 20 konvertiert und in Photoshop bearbeitet: CAs entfernt, leichte Tonwertkorrektur, Spitzlicher über Luminanzmasken abgemildert, geschärft und im Anschluss mit einem Hintergrund und optischen Spielereien (Rahmen, Schatten) versehen.

Auch wenn man die eigentliche Charakteristik der eingesetzen Objektive hier nicht gut erkennt, mir hat es Spass gemacht und sobald es draussen wieder grün und bunt wird, kommen dann Fotos, wo man die Charakteristiken besser erkennt.

Ein Problem bringen diese alten Gläser aber mit sich: sie machen süchtig und lassen die Partnerin verzweifelt die Augen verdrehen, weil wieder mal ein Paket ankommt; inzwischen 17 Mal verdreht und ein Ende ist nicht in Sicht. 😇

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