Wie fange ich jetzt an? Die fotografischen Themen und Objekte sind ja recht vielfältig und auch mitunter ausgefallen. Nun gibt es aber Fotografen, die sind offensichtlich etwas behämmert, denn sie fotografieren tatsächlich Steine. Was soll das?

Hier einmal drei Beispiele von solchen Steinen (alle Bilder werden grösser, wenn man sie anklickt):

Dieser Stein wurde bei Sasbach am Kaiserstuhl in Deutschland gefunden.
Dieser bunte Geselle stammt aus der Lutherhütte in Deutschland
Und dieser Exot kommt aus Laurion in Griechenland

Also, die vorgenannten Steine habe ich nicht selbst gefunden sondern gekauft. Es handelt sich auch nicht um irgendwelche Steine, sondern die Fachleute, wozu ich mich nicht zähle, nennen diese Art Steine Micromounts. Das sind kleine Belegstücke so zwischen 15mm und 25mm gross.

Auf die Idee, so etwas zu kaufen, bin ich durch die Mikroskopie gekommen. Im Mikroskopieforum hat mal jemand was von diesen Micromounts geschrieben, dass die ganz hübsch unter einem Stereomikroskop aussehen. Das hat meine Neugier geweckt und ich habe jetzt so um die 150 von diesen kleinen Teilen.

Wenn man die so betrachtet, dann machen die meistens nicht viel her. Hat man sie aber erst einmal unter dem Mikroskop, dann eröffnen sich neue Welten. Da ich für mein Stereomikroskop keinen Fotoadapter habe, habe ich die Teile dann einfach mal auf meine Stackingstation gepackt und dort mit speziellen Lupenobjektiven und Mikroskopobjektiven fotografiert. Das sieht dann wie folgt aus.

Hier erst einmal der Stein vom Kaiserstuhl. Er enthält Faujasit, Offretit und Erionit. Zumindest steht es so auf der Dose, in der sich der Stein befindet. Ich kann nicht sagen, was nun was ist.

Faujasit – Offretit – Erionit, Fundort Limberg, Sasbach am Kaiserstuhl, Stack, Abbildungsmassstab 5:1, Bildbreite 4,74mm, 44 Schritte zu 3 Aufnahmen, Schrittweite 0,021mm, Mikroskopobjektiv Mitutoyo M Plan APO 5X
Faujasit – Offretit – Erionit, Fundort Limberg, Sasbach am Kaiserstuhl, Stack, Abbildungsmassstab 10:1, Bildbreite 2,37mm, 191 Schritte zu 3 Aufnahmen, Schrittweite 0,005mm, Mikroskopobjektiv Mitutoyo M Plan APO 10X
Faujasit – Offretit – Erionit, Fundort Limberg, Sasbach am Kaiserstuhl, Stack, Abbildungsmassstab 10:1, Bildbreite 2,37mm, 151 Schritte zu 3 Aufnahmen, Schrittweite 0,0066mm, Mikroskopobjektiv Nikon M Plan APO 10X

Hier haben wir dann Calcit, welches auch Cobalt enthält. Auch hier bin ich nicht dahinter gekommen, was nun was ist.

Calcit, Cobalt-haltig, Lutherhütte, Deutschland, Stack, Schrittweite 0,0481 mm, 96 Schritte, je 3 Aufnahmen pro Schritt, Bildbreite 5,93mm, Abbildungsmassstab 4:1, Zeiss Luminar 40mm
Calcit, Cobalt-haltig, Lutherhütte, Deutschland, Stack, Schrittweite 0,0075mm, 381 Schritte, je 3 Aufnahmen pro Schritt, Bildbreite 2,37mm, Abbildungsmassstab 10:1, Mikroskopobjektiv Nikon BD Plan 10X

Aus Griechenland nunr Hemimorphit und Rosasit. Die weissen Kristalle sind Hemimorphit. Warum aber die türkisfarbenen Kristalle Rosasit genannt werden entzieht sich meiner unfachmännischen Kenntnis.

Hemimorphit – Rosasit, Fundort Laurion, Griechenland, Stack, Abbildungssmassstab 2:1, Schrittweite 0,115 mm, 50 Schritte zu 3 Aufnahmen, Bildbreite 11,85mm, Lupenobjektiv Zeiss Luminar 63mm
Hemimorphit – Rosasit, Fundort Laurion, Griechenland, Stack, Abbildungssmassstab 6:1, Schrittweite 0,0299mm, 62 Schritte zu 3 Aufnahmen, Bildbreite 3,95mm, Lupenobjektiv Zeiss Luminar 40mm
Hemimorphit – Rosasit, Fundort Laurion, Griechenland, Stack, Abbildungssmassstab 6:1, Schrittweite 0,0299mm, 65 Schritte zu 3 Aufnahmen, Bildbreite 3,95mm, Lupenobjektiv Zeiss Luminar 40mm
Hemimorphit – Rosasit, Fundort Laurion, Griechenland, Stack, Abbildungssmassstab 10:1, Schrittweite 0,0053mm, 88 Schritte zu 3 Aufnahmen, Bildbreite 2,37mm, Mikroskopobjektiv Mitutoyo M Plan Apo 10X
Hemimorphit – Rosasit, Fundort Laurion, Griechenland, Stack, Abbildungssmassstab 10:1, Schrittweite 0,0094mm, 118 Schritte zu 3 Aufnahmen, Bildbreite 2,37mm, Mikroskopobjektiv Nikon M Plan 10X

Wie schon angemerkt bin ich kein Fachmann für Mineralien, aber das ist mir auch egal. Ich finde es faszinierend, was man alles entdeckt, wenn man so einen harmlosen Stein unter dem Mikroskop oder einer Stackingstation zum liegen bekommt und bin dem Kollegen aus dem Mikroskopieforum für den Tipp dankbar.

Der Aufwand das mit einer Stackingstation sichtbar zu machen ist natürlich hoch. Da kommen dann schon mal 500 oder mehr Aufnahmen zusammen, wobei ich so vorgehe, dass ich innerhalb eines Mikroschritts je drei Aufnahmen mache. Das Bild wirkt nach der Verrechnung in der Software irgendwie klarer, als wenn man nur ein Bild pro Schritt macht.

Daneben treten bei der Verrechnung auch fast immer unschöne Artefakte auf, die man nur mit grossem Aufwand entfernen kann. Tja, und dann kommt noch ein ordentlicher Schub Bildbearbeitung dazu mit Tonwertoptimierung, Kontrastanpassungen, Schärfung, etc.

Bei Gelegenheit werde ich zu dem Thema mal einen Beitrag verfassen, mit welcher Hardware und Software ich arbeite, um solche Bilder zu erstellen.

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